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Samstag, 15. April 2017

Warum sind wir eigentlich da? - Gedanken zu Ostern

Gibt es einen Grund für unsere Existenz, unsere individuelle, persönliche Existenz? Ist etwas besonderes verbunden mit unserem Leben, hat es einen Sinn, einen Zweck, ein Ziel.
Eine Frage die sich viele Personen immer wieder stellen.
Ist man gläubig, so lässt sich diese Frage mit der Allwissenheit Gottes leicht beantworten. Glaubt man an eine Bestimmung, so ist die Frage ebenfalls leicht zu beantworten. Was aber, wenn man zwar die Existent eines höheren Wesens für möglich erachtet, aber nicht glaubt, dass alles vorgegeben, alles bestimmt ist und Gott alles weiß?
Ja, dann kann man entweder darauf bauen, dass unsere Existenz nur Zufall ist und wir für nichts verantwortlich sind, oder darauf, dass vielleicht doch ein gewisser Sinn dahinter steckt.
Ich persönlich stelle mir diese Frage immer wieder. Habe ich meine Bestimmung - sollte es diese geben - bereits erfüllt? Ist der Rest meines Lebens nur mehr ein Abwarten auf das Ende, ohne Sinn, nur ein Da sein?
Nein, nein und nochmals nein! Dies kann es nicht sein!
Ich denke jeder Mensch hat Sinn, die Existent eines jeden Menschen hat ein Ziel, einen Zweck. Diese Aufgabe mag nicht bestimmt sein, da jede Aktion, jede Bewegung, jedes Wort, dass über unsere Lippen kommt, die Welt verändert.
Ein Flügelschlag eines Schmetterlings, kann den Lauf der Welt verändern!
Was kann dann erst recht ein Wort oder die Handlung eines Menschen! Einen Krieg verhindern? Eine Katastrophe auslösen?
Dessen sollten wir uns aber auch wieder bewußt werden, wir sind auch dafür verantwortlich wie sich unsere Welt im Kleinen und im Großen verändert. Unsere Handlungen bestimmen unsere Zukunft und nicht nur unsere persönliche Zukunft, sondern die Zukunft der Welt.
Auch wenn wir es nicht immer sofort erkennen sollten, wir verändern viel mehr in unserer Umgebung, als wir denken.
Also fangen wir an unsere Umgebung zu verändern, sie positiver zu verändern, sie zu gestalten.
Sei es ein Lächeln, eine nette Geste, ein Schulterklopfen.

Nur wenn wir etwas ändern, verändern wir die Welt.

Sehen wir nur noch einen kleinen Ausschnitt der Welt?

Am Weg von einem Flugsteig zum Nächsten, vor mir drei asiatisch wirkende Jugendliche, alle drei ins Handy vertieft. Einer geht vorne schaut manchmal auf um sich zu orientieren, die beiden Anderen folgen, taumeln mal rechts mal links, ordnen sich wieder ein taumeln zur Seite und versuchen deutlich erkennbar zu folgen. Alle Drei sehen nur ihr Handy.
Anstellen am Gate, einige Personen sind schon bei der automatischen Kontrolle durch. Ticket auf den Scanner legen, Tür öffnet sich und durch. Vor mir eine Dame, vor der rechten Türe stehen noch einige weitere Personen, die Dame vor mir steht direkt in der Mitte. Die linke Türe ist frei, aber sie geht nicht, sie folgt nur der Dame vor ihr!
Boarding!!!! Hallooooo! Mit tief gesenktem Blick ihr Handy fixieren folgt eine junge Frau dem Mann vor ihr. Im Abstand von ca 1,5 m versucht sie langsam und mit Schritten kaum größer als eine Fußlänge und kaum schneller als eine Schnecke die Gangway zum Flugzeug zu gehen. Langsam, ganz langsam, den Blick immer aufs Handy gerichtet.
Drei Beispiele, im Abstand von nur 5 min, dieselbe Ursache!
Ja sehen wir denn die Welt nur mehr durch den Bildschirm? Ist die Wirklichkeit nur mehr, was uns Facebook, Twitter, Snapchat oder youtube liefern?

Mehr und mehr sehen wir den Wald, die Blumen und die Vögel vor uns vor lauter Handys nicht mehr

Mode-Religion-Politik

Wir wollen sie, wir hassen sie, wir wollen sie länger, kürzer, mehr oder weniger. Wir wollen sie nicht behalten, wollen sie nur an bestimmten Stellen. Wir brauchen sie für unsere Religionen, wollen sie verstecken, präsentieren, entfernen….
Unsere Haare sind doch die eigenartigsten Teile unseres Körpers. Sie sind mythisch behaftet wie wenig Anderes.
Manche Religionen verpflichten ihre Gläubigen ihre Haare zu verstecken, vor allem bei Frauen. Andere Religionen verlangen die Haare nie zu schneiden, wieder andere verlangen das Rasieren des Kopfes um in Klöster ein zu treten. Haare im Gesicht, sprich der Bart, müssen weg, müssen wachsen, oder speziell geschnitten werden.
Menschen sehen die Haare als Sexualsymbol, aber nur die am Kopf und die von Frauen. Lang sollen sie sein, nicht geschnitten werden!
Gesetze werden erlassen um Haare zu verbergen, das Verbergen zu verbieten. Regierungen werden gestürzt, Wahlen gewonnen und verloren, alles nur weil Haare zu sehen sind oder eben nicht.
Sind die Haar aber an einem anderen Körperteil, müssen sie weg. Wir rasieren sie, wachsen, epilieren, alles um glatt zu sein.
Wenn sie aber am Kopf nicht mehr wachsen, verpflanzen wir sie, geben Unmengen für Haarwuchsmittel aus und kaufen uns falsche Haare.
Sind denn 90% aller Menschen Haarfetischisten? Wie würde die Welt aussehen, hätten wir keine Haare, oder so viele wie unsere nächsten Verwandten die Gorillas?
Hätten wir dann vielleicht weniger Probleme mit anderen Religionen oder würden wir dann auf einmal einen anderen Fetisch finden?

Und sind denn Haare wirklich so wichtig?

Mittwoch, 5. April 2017

Die Saison beginnt

Warmes Wetter, Sonnenschein, die Sträucher beginnen zu blühen und die Fahrradfahrer wagen sich wieder auf die Landstrasse. Die Zeit beginnt, da sich Autos und Fahrräder wieder eine Strasse teilen, oder doch nicht teilen?
Ausfahrt vor zwei Tagen:
Einmal in den Rasen neben die Fahrbahn abgedrängt, zweimal auf fast Stillstand gebremst, da mich die überholenden Autos der Gegenfahrbahn nicht gesehen haben und zweimal angehupt worden, da ich mit dem Triathlonrad nicht den Radweg benutzt habe.
Tja lieber Autofahrer, es ist jetzt aber wirklich Zeit aufeinander Rücksicht zu nehmen. Denn Sportradfahrer dürfen auf der Strasse fahren, müssen den Radweg nicht verwenden, sie dürfen sogar nebeneinander fahren!
Beim Überholen, bitte mit Abstand halten und zwar mehr als 20 cm.
Radfahrer sind oft schneller als man glaubt, daher Vorsicht bei der Ausfahrt aus einer Nebenfahrbahn. Einfach ein wenig mehr Achtsamkeit.
Liebe Radfahrkollegen, auch wir können etwas zur Achtsamkeit beitragen. Bitte aus den Klips vor der Kreuzung und nicht Stehversuche im Zickzack. Wenn ein LKW von hinten kommt, der nicht überholen kann, einfach einmal ein paar Meter auf den Radweg, er kann vorbei, freut sich, und uns kostet es nicht die Bestzeit.
Helfen wir einander, damit es weniger Unfälle und entspanntere Verkehrsteilnehmer gibt.

Danke liebe gemeinsame Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger.

Sonntag, 12. Februar 2017

Die Autos lernen fliegen! - Zum Artikel der "Presse" über die Entwicklung fliegender Autos

Hurra - endlich die Lösung aller unserer Verkehrsprobleme. Nicht mehr lange und fliegende Autos werden mit 320 km/h durch die Lüfte brausen und in der Steiermark von Seiersberg nach Andritz fliegen. 20.000 fliegende Autos im Morgenverkehr werden problemlos durch die Lüfte fliegen und alle werden auf den Flachdächern und Plätzen der Stadt landen.
Jetzt mal langsam!
Fliegende Autos sind eine tolle technische Spielerei und für einen Niescheneinsatz sicherlich verwendbar. Um unsere verkehrstechnischen Probleme - die einer Großstadt, oder mittelgroßen Stadt - zu lösen völlig ungeeignet. Wenn wir schon neueste Technologie einsetzen wollen, dann bauen wir doch autonom fahrende Kleinwagen mit maximal 2 Sitzplätzen und E-Antrieb. Vernetzen diese und kombinieren die Vernetzung mit einem automatischen Auftragsdienst.
Will ich in Ballungszentren und dem Umland von A nach B, drücke ich einen Knopf am Handy und 2 bis 5 min später steht mein Beförderungsmittel vor mir. Einsteigen und ansagen wohin und los gehts. Autonom gesteuert, mit maximaler Geschwindigkeit, geringstem Abstand zum vorausfahrenden Auto-mobil - diesmal im wahrsten Sinne der Bedeutung - und geringstem Energieeinsatz.
80 bis 90% der Parkflächen könnten entfallen und durch Parks, Radwege, Gehwege, begrünte Flächen ersetzt werden, denn eigene Fahrzeuge sind nicht mehr nötig!
Die Familien werden monatlich im Durchschnitt um € 400,- entlastet, da ein Auto nicht mehr angeschafft wird, sondern nur noch verwendet wird. Die Kaufkraft verlagert sich!

Und ja, die Autoindustrie braucht ein neues Modell, aber dasselbe sagte man den Kutschern bei Einführung der Autos, den Hufschmieden, den Sattlern, den Kutschenerzeugern, ……

Montag, 30. Januar 2017

Graz wählt - erste Exit Poll - Strategie?

Laut Exit Poll liegt die ÖVP bei der Gemeinderatswahl fast genau dort, wo sie derzeit ist, bei knapp 34%. Bei einer Schwankungsbreite von wahrscheinlich 5% könnte man sagen okay, nicht schlecht. Die KPÖ bei 24%, SPÖ und Grüne bei 13 bis 14 %. Damit würde sich also die Koalition KPÖ, SPÖ, Grüne ausgehen um die Stadt Graz zu übernehmen.
Es sind aber noch 5 Tage bis zur Wahl, also was bis dahin tun, welche Strategie ist gefragt?
Die KPÖ schlecht machen? Alle gegen Kahr?
Da bin ich am zweifeln, ob dies von den Wählerinnen und Wählern gut geheißen wird!
Zuerst sollte einmal nachgedacht werden, warum eine Partei, die in dieser Stärke gerade einmal noch in Nordkorea existiert in Graz so stark ist! 
Die KPÖ hat sich den Wohnbau als ihr Thema auserkoren und ist damit bei der Bevölkerung angekommen. Leistbares Wohnen ist also in Graz ein wichtiges Thema. Reduktion der Politikergehälter, und Verwendung der Differenz für soziale Projekte und Personen, ebenfalls ein Thema. Und letztlich gegen die Verwendung von öffentlichen Geldern für das Murkraftwerk, auch wenn es nur um die Errichtung eines Sammelkanals geht.
Was kann die ÖVP daraus lernen, bzw. ableiten:
Das Thema Wohnen brennt den Grazern unter den Nägeln, hier braucht es Lösungen, schnelle Lösungen und erkennbare Lösungen. Hier gibt es Vorschläge im Programmpapier der ÖVP Graz. Diese müssen aber besser kommuniziert werden und ankommen, sowie nachvollziehbar und umsetzbar sein. Die Bevölkerung will die Umsetzung von Ideen sehen.
Die Reduktion von Politikergehältern ist ein heißes Eisen. Denn einerseits brauchen wir gute Gehälter um gute, fähige Personen in der Politik zu halten, bzw. sie zu bekommen, andererseits wird der Unwillen gegen immer mehr auseinanderdriftenden Einkommen immer größer. Hier kann nur erstens völlige Transparenz zur Lösung beitragen - was genau netto und brutto verdient der Gemeinderat x, Stadtrat y oder der Bürgermeister. Sich hinter persönlichen Daten zu verschanzen hilft nichts. In Dänemark kann jeder die Einkommensverhältnisse seines Nachbarn im Internet nachlesen und der Staat steht immer noch.
Sollte sich dann, bei der Betrachtung der Nettozahlungen ergeben, dass es weit über ein normales Maß hinaus geht, so sollte auch die ÖVP einen Hilfstopf einrichten, um bedürftigen Personen unter die Arme zu greifen. Persönliche Hilfe zählt hier!
Und Letztendes das Thema Murkraftwerk. Immer weniger Personen trauen Konzernen, ja nicht einmal mittleren oder kleineren Unternehmen, vor allem nicht in Österreich. Einerseits ist die Angst da, dass hier internationale Konzerne auf Kosten der Bevölkerung Gewinn machen, andererseits ist in Österreich überhaupt der Begriff Gewinn gleichbedeutend mit unsozial, ausbeuterisch und gegen die Bevölkerung gerichtet.
Es ist hier also in Zukunft ganz streng darauf zu achten, dass keine Projekte der Stadt mit anderen Projekten vermischt werden.
Ein neuer Sammelkanal ist ein Projekt und muss auch so kommuniziert werden, Murkraftwerk ein anderes Projekt. 
Früher empfand der Steirer die Energie Steiermark als Teil des Landes, als Eigentum jedes Steirers. Inzwischen ist dieser Bezug verloren gegangen und eine Investition desselben Konzerns wird jetzt nicht in Investition in die Zukunft, sondern in Ausbeutung der Natur umgedeutet.
Man stehe zum Ausbau wie man will, aber sollte gleichzeitig in effizientere Energieformen und die Einsparung investieren, alleine schon um die Bedeutung der Erhaltung von Natur und Umwelt zu unterstreichen.
Also schlußendlich ein positive weiter geführter Wahlkampf, kein Schwenk auf negative Schlagzeilen, denn es kann - eingerechnet der Schwankungsbreite - auch ganz anders ausgehen.




Dienstag, 24. Januar 2017

Sozialsystem 2.0, oder in der Zwickmühle der Behörden

Stellen sie sich vor, sie haben 4 Kinder, sind alleinerziehender Vater oder Mutter und versuchen Ihre Kinder so gut als möglich zu versorgen. Ihre Firma wird aufgelöst und sie verlieren ihren Job, erhalten Arbeitslosengeld, machen eine Zusatzausbildung und beginnen auf selbständiger Basis dazu zu verdienen. Sie schaffen gerade einmal 400 € im Monat zusätzlich zu ihrem Arbeitslosengeld, dass danach in Notstandshilfe geändert wird.
Schwer durch zu kommen, mit den Bezügen, aber es geht sich gerade irgendwie aus.
Sie bekommen ein Job Angebot und hurra, es könnte sich mit einem Halbtagsjob, selbständiger Nebentätigkeit und Kindergeld wieder ausgehen, ein normales Leben.
Geschafft!!
Nein halt! Der Job - im Sozialbereich - kann erst mit April los gehen. Warum? Es musste eine rechtliche Neukonstruktion geschaffen werden, also noch 6 bis 8 Woche warten. Nein so leicht geht dies nicht! Zu lange in Notstand, also entweder 500 € Job als Aushilfe annehmen, oder es wird der Notstand gestrichen. Bei 500 € Job fehlen aber 400 € auf das was man im Notstand bekommen hat, gleichzeitig geht sich die selbständige Tätigkeit nicht mehr aus, also fallen noch einmal € 400 weg. Ein Auskommen unmöglich, aber ohne Notstand nur mit den 400 € gehts auch nicht?
Bei bestem Willen und Verständnis, hier gibt es keine Lösung. Nichts gegen die zuständigen Beamten, bzw. Beschäftigten im AMS, hier ist der Gesetzgeber gefordert.

Leben muss möglich sein, bei 100 Milliarden Sozialausgaben im Jahr läuft etwas falsch im System. Mehr an Steuern und Abgaben ist keine Antwort. Wir machen Industrie 4.0 möglich, unterhalten uns täglich über Facebook mit menschen aus der ganzen Welt, da muss es doch geistige Kapazität für ein Sozialsystem zumindest 2.0 möglich ein.

Wer Freude hat muss zahlen

Dieses Wochenende sieht man sie wieder, die Tänzerinnen und Tänzer. Bei der Opernredoute, der Volkshausredoute oder dem Ball im Marienstüberl. Jedes Wochenende wird getanzt in Graz von November bis in den März. 
Die Menschen bewegen sich, haben soziale Kontakte und Freude. Egal ob beim Ball der Senioren oder auf dem Maturaball, der Paartanz hat in Österreich Tradition. Viel mehr als in allen anderen Ländern der Welt.
Mögen auch manche - vor allem Herren - der Meinung sein, es sei kein Vergnügen zu tanzen, so haben diese wahrscheinlich noch nicht den richtigen Zugang gefunden, oder aber wollen besonders männlich erscheinen. Denn ebenso zur Tradition gehört „Ich bin ein tur nier Tänzer“ ha ha ha, der hat einen soooo langen Bart.
Was ist allen Tanzveranstaltungen gemein?
Die Steuer auf die Freude, die Lustbarkeitsabgabe, die Vergnügungssteuer.
Sobald sich in Österreich zur Musik etwas bewegt, ist dies zu besteuern!!! 
Erst kürzlich wurde ein Musikkonzert besteuert, da die Besucher aus Freude an der Musik zu tanzen begannen.
Warum besteuert man dann nicht gleich das Laufen mit Musik, den Graz Marathon, da doch Bands am Straßenrand spielen und die Läufer sich zur Musik bewegen - mehr oder weniger im Rhythmus!
Ein Anachronismus auf der Vergangenheit, der schnellstens abgeschafft werden sollte. Kein Maturaball soll mehr Vergnügungssteuern zahlen und somit die Eltern belasten. Kein Seniorenball durch die Steuer teurer werden und auch kein Ball mit gemeinnützigem Zweck noch einmal Steuern zahlen.
Wir haben genug Abgaben - denn eine solche ist dies ja, denn Steuern dürfen ja nicht besteuert werden, auf Abgaben aber dürfen auch Steuern eingehoben werden.

Mehr Tanz in Graz, mehr Bewegung, mehr Begegnung, mehr Freude, mehr Vergnügen - unbesteuert!

Mittwoch, 11. Januar 2017

Ramadan, Tradition, Schulunterrichtsgesetz - Zusatz zur Diskussion über den Schwimmunterricht

Es ist Ramadan und die SchülerInnen fehlen in den Klassen - nach 2 Tagen Schule, dürfen sie einen Tag zuhause bleiben -  sind an den anderen Tage müde, hungrig, durstig.
Es ist Notenkonferenz und kurz danach fehlen 20% der islamischen SchülerInennen im Unterricht, da sie bei Ihren Großeltern die Ferien verbringen.
Es ist Schulbeginn und die SchülerInnen fehlen in den Klassen, da sie noch nicht von den Ferien bei Ihren Eltern zurück sind.
Es ist Oktober und die SchülerInnen müssen erst mühsam wieder die Deutsche Sprache lernen, da sie in den Ferien in den Heimatländern ihrer Eltern nur die Heimatsprache der Eltern und Großeltern gesprochen haben.
Alles unmöglich, widerspricht doch eindeutig dem Schulunterrichtsgesetz, geht doch gar nicht!
Geht doch, ist auch Realität!
Wie jede Religion ist auch der Islam mit einer großen Zahl an Traditionen verbunden, die nicht Teil des Islam selber sind. Traditionen, die tief verwurzelt sind in der jeweiligen Bevölkerungsgruppe. Es wird einiges unternommen um LehrerInnen zu erklären, wie der Islam funktioniert, was Teil desselben ist und was nicht, zumindest nach der Auffassung des oder  jeweiligen Vortragenden.
Aber was hilft dies alles, wenn die Information nicht dort ankommt, wo sie ankommen soll, bei den Eltern! Nämlich bei der einfachen Bevölkerung.
Information ist wichtig, aber auch Strafen sind mit ein zu beziehen, sie sind notwendig, um klar zu machen, dass das Schulunterrichtsgesetz für alle SchülerInnen gilt, egal welchen Glaubens.  Genau so sind auch die oft gescholtenen Frauen mit Kopftuch einzubeziehen, denn gerade sie haben die Chancen die Eltern zu erreichen.

Bildung hilf! Aber nur, wenn sie auch ankommt.

Freitag, 6. Januar 2017

Bekentnis-Verhängung - Zu einem Artikel von Ernst Sittinger in der Kleinen Zeitung vom 6.1.2016

Kopftuchverbot ja oder nein! Wohl eines der intensiv diskutierten Themen derzeit. Auch ich bin mir nicht sicher, wie ich zu einem Kopftuchverbot stehen sollte. Denn einerseits müsste es alle Kopftuch- und Kopfbedeckungsträger treffen und somit auch katholische Ordensschwestern im Schuldienst, orthodoxe Juden im Staatsdienst oder Sikhs in öffentlichen Ämtern. Andererseits ist die Haartracht und ihre Ausgestaltung, ob mit oder ohne Kopftuch, seit Menschengedenken ein Ausdruck religiöser, politischer oder sonstiger Einstellung oder auch sozialer Stellung. Nicht umsonst dauerte es lange Zeit, bis die offene Haarpracht in ländlichen Gegenden in Österreich gesellschaftlich erlaubt war.
Ein Verbot jeglicher religiöser Symbole im öffentlichen Raum würde aber auch keine Lösung unserer Probleme bringen, wie z.B. Frankreich zeigt.
Wichtiger jedoch, ist die Sicherheit, dass es bei Staatsdienern klargestellt ist, dass die Grundlage Ihres Handelns aber auch ihres Denkens die Verfassung ist und diese über jeder persönlichen religiösen Einstellung zu stehen hat. Hier hat der Staat einzugreifen und unverzüglich zu handeln, sollte eine Einstellung die gegen den Verfassungsstaat geht auffällig werden, ohne Rücksicht auf Religion, Herkunft oder Geschlecht.

Worüber meiner Meinung nach kein Diskussionbedarf herrscht ist ein Verhüllungsverbot, d.h. ein Niqab Verbot im Staatsdienst.